Die Krux mit dem Sattel: Horseshape liefert Antworten

Lange habe ich nach einem passenden Sattel gesucht. Vor zwei Jahren habe ich mich das erste Mal mit der Sattelsuche beschäftigt und für euch im Artikel „Der richtige Sattel für mein Pferd“ festgehalten, was ich bei der Sattelwahl beachten muss. Damals war Suri noch nicht geritten, hatte Fettablagerungen am Rücken und der Schulter und musste noch einmal neu unter dem Reiter gestartet werden. Ich hatte mich für ein baumloses Sattelmodell entschieden, weil ich die enormen Veränderungen vorausgesehen hatte. Damit habe ich recht behalten: Suri sieht heute völlig anders aus als damals.

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Suri unter ihrem ersten, baumlosen Sattel.

Eins meiner ersten Reitbilder: Suri ließ sich nicht lenken, war unausbalanciert und schlecht bemuskelt. Der baumlose Westernsattel von Deuter & Partner gab und die Möglichkeit, die Basis des Reitens zu üben. Aufsteigen (damals eine unserer größten Herausforderungen), Gewichtsverlagerung, Schenkelhilfen, Tempo durch Atmung: all das konnten wir trotz der schlechten körperlichen Voraussetzungen üben.

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Noch nicht perfekt, aber auf dem richtigen Weg.

Nach einem halben Jahr wollte ich dann auf einen Baumsattel umsteigen. Ein baumloser Sattel ist weicher und weniger genau in der Hilfegebung. Ich habe von einem Bekannten, der selbst jahrelang Western geritten ist und auch Pferde ausgebildet hat, einen Sattel übernommen. Er sagte, der Sattel passt, und ich habe ihm vertraut. Die Grundkenntnisse zur Sattelanpassung (Weite der Fork, Sattellage bis zur letzten Rippe) waren mir bekannt, auch dass der Sattel einen gewissen Schwung haben muss, der zur Rückenform des Pferdes passt. Der Sattel lag gut auf Suris Rücken und ich saß darin sicher und fest.

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Unser erster Sattel mit Baum

Aber passt der Sattel wirklich? Nach einigen Monaten musste ich feststellen, dass Suri nur schlecht galoppierte. Ich tippte auf Verspannungen oder irgendeine körperliche Ursache, aber es war nichts festzustellen.

Sattelmessung gibt Aufschluss

Auf einer Messe habe ich dann das Mess-System „Horseshape“ kennen gelernt. Hier wird der Rücken des Pferdes digital vermessen, um dann nach einem Modell den Sattel anfertigen zu können. Sönke von Horseshape kam bei mir vorbei, um mir das System vorzustellen.

Zu Beginn wird das Pferd mit Messpunkten markiert. Diese Punkte markieren das Ende der Schulter und den 18. Brustwirbel, also die Stellen, zu denen der Sattel maximal tragend aufliegen darf.

Die Messpunkte werden direkt auf das Fell geklebt.

Die Messpunkte werden direkt auf das Fell geklebt.

Hier eröffneten sich für mich schon Welten: Suri hat eine sehr, sehr kurze Sattellage.

Vier Punkte markieren die Scan-Stellen.

Vier Punkte markieren die Scan-Stellen.

Als nächstes wurde Suris Rücken mit dem Scan „fotografiert“. Der mobile 3D Scanner vermisst die Oberfläche des Pferderückens in wenigen Sekunden, wie ein Foto. Die Daten werden dann auf einen PC übertragen.

Suris Rücken wird gescannt.

Suris Rücken wird gescannt.

Die Daten werden direkt auf den PC übertragen.

Die Daten werden direkt auf den PC übertragen.

Innerhalb weniger Tage produziert Horseshape dann zwei Modelle der Sattellage und schickt sie an den Hersteller oder Sattler. Ein Modell ist die Abbildung des Pferderückens, wie ein Nachbau aus fester Pappe. Das Zweite ist das Negativ. Die Modelle werden mit einem Laser gefertigt, so dass keine Abweichungen entstehen. Daher sind sie an den Rändern ein wenig braun. Sie kommen als „Bausatz“ und müssen nur zusammengesteckt werden.

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Beide Modelle in der Versandbox.

Modell 1 erhält normalerweise der Sattler. Er hat damit den Pferderücken bei sich in der Werkstatt und kann einen passgenauen Sattel anfertigen. Dieses Modell habe ich in meinen Sattel gelegt um zu sehen, ob er passt.

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Modell 1 im Sattel. Fazit: mein Satz ist zu lang.

Modell 2 erhält der Pferdebesitzer. Es ist das Negativ, was die gleiche Form hat wie der gefertigte Sattel. Es passt exakt auf den Pferderücken.

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Das Negativ auf Suris Rücken. Gibt es Abweichungen, passt auch der Sattel nicht mehr.

Mit diesem Modell kann ich, wenn ich einen Sattel fertigen lasse, nach einigen Monaten überprüfen, ob der Sattel noch passt. Die Muskulatur des Pferdes verändert sich durch das Training. Natürlich kann ich nicht ständig einen Sattler kommen lassen. Also lege ich das Negativ auf mein Pferd. Durch die Anfertigung des Modells nach dem System von Horseshape entstehen quasi keine Messfehler, keine Übertragungs- oder Rechenfehler. Sollte mein Modell nicht mehr passen, muss ich auch meinen Sattel anpassen lassen, denn der Sattel ist ja an genau dem Modell gefertigt worden. Passt das Negativ nicht mehr auf mein Pferd, kann der Sattel auch nicht mehr richtig passen.

Ein System, das allen hilft

Sattler, die die Sattelmessung mit Horseshape anbieten, arbeiten transparent und im Sinne des Kunden. Denn jeder Kunde kann die Arbeit des Sattlers direkt überprüfen und sich sicher sein, dass das Pferd einen perfekt sitzenden Sattel erhält. Auch der Sattler ist auf der sicheren Seite: sollte ein Kunde (und es gibt immer schwarze Schafe, die mit allen Mitteln versuchen an Geld zu kommen) versuchen, den Sattel als unpassend anzuklagen, kann der Sattler mit Modell 1 seine Maßarbeit nachweisen. Denn in die Modelle sind Name von Pferd und Besitzer und das Datum der Messung eingeprägt.

Das Ergebnis

Die Messung hat mir gezeigt, dass mein Sattel nicht passt. Zum einen ist er zu lang für Suris Sattellage. Zum anderen stimmt der Schwung nicht. Ich werde also einen neuen Sattel brauchen. Das ist zwar ein wenig ärgerlich, aber auch sehr erleichternd. Denn ich weiß jetzt, dass Suri keine körperlichen Probleme mehr hat: Sie galoppiert nicht, weil der Sattel sie stört. Wie ein übergroßer Rucksack, der in die Lendenwirbel drückt. Kein Wunder, damit wollte ich auch nicht rennen. Nun geht es wieder zur Sattelsuche. Aber diesmal mit System, dank Horseshape!

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