Entwicklungen – die Hoffnung kehrt zurück

Meine Freundin Alex von Pferdgerecht war zu Besuch und hat mir Mut gemacht. Sie hat sich die Lebensumstände unserer Pferde angeschaut und war sehr zufrieden. Bis auf ein paar leicht zu verändernde Kleinigkeiten stellen wir unseren drei Stuten ein pferdgerechtes Lebensumfeld mit Gemeinschaftspaddock in der Nacht und zwei Weidemöglichkeiten tagsüber. Und über den Zustand von Suri gab es auch viel Gutes: sie ist zwar völlig untrainiert und hat körperliche Probleme (weiß ich ja alles), aber nichts was nicht zu Beheben wäre. Jippieh! Jetzt bekommen wir einen genauen Futterplan, um nach den Schmerzmitteln und der noch ausstehenden Wurmkur den Organismus und das Immunsystem von Suri aufzubauen und zu entgiften. Damit wollen wir dann alle Schwachstellen wie die Hufrehefolgen, die Sarkoide und die Muskulaturblockaden verbessern. Denn Gesundheit kommt auch beim Pferd von innen.

Suri hat jetzt eine Woche lang Schmerzmittel bekommen. Da sie sich weigert, etwas aus einer Spritze ins Maul zu bekommen (wie soll das nur mit der Wurmkur werden???), habe ich das Mittel unter ihr Futter gemischt. Da nimmt sie es ohne Probleme. Ihr Körper hat sich seitdem sehr verändert: Die Muskulatur ist weich und schwingt bei Berührung mit, die täglichen Massagen scheinen in tiefere Muskulaturschichten durchzudringen. Die Sehnen an den Beinen sind weicher geworden. Ihr Gangbild hat sich extrem verbessert, sie lahmt nicht mehr. Jetzt werde ich das Mittel wieder absetzen und schauen, wie es ihr danach geht. Ich rechne mit einer leichten Verschlechterung, aber durch die gelockerte Muskulatur müsste ihr schon sehr geholfen sein. Sie kann jetzt sogar ein wenig austreten – und hat direkt meinen Hund in seine Schranken gewiesen, als er sie in die Fesseln kneifen wollte. Ein Fortschritt für beide: der Hund hat wieder Respekt vor den großen Tieren und jagt sie nicht mehr (und verletzt hat er sich auch nicht), und Suri erlangt mehr Mobilität!

Wir üben weiterhin Hufe geben. Ich habe die Taktik gewechselt: für jeden Huf, der in meiner Hand liegt, bekommt sie eine Möhre. Da sie kaum ausbalanciert ist, kann sie die Hufe nicht lange hochhalten. Aus diesem Grund heißt es immer wieder üben üben üben. Generell ist sie sehr aufmerksam geworden. Anfangs klappte es kaum, sie am Strick zu führen, da sie mich regelmäßig umgerannt hat. Als Trainerin kenne ich das Problem von fremden Pferden, aber mit dem eigenen Pferd zu trainieren ist es doch nochmal anders. So haben wir das Weichen am Strick rückwärts, Vorhand seitwärts und Hinterhand seitwärts von beiden Seiten geübt. Und gestern der Erfolg: es klappt auch ohne Seil! Ich konnte sie mit leichten Handbewegungen in alle Richtungen schicken, auch Vor- und Hinterhand hat geklappt! Außerdem hat sie sich gestern auf dem Paddock frei longieren lassen, konnte auf Kommando rechts- oder linksherum im Schritt oder Trab laufen. Ein unglaublicher Erfolg! Ich bin so stolz auf sie!

Letzter Pluspunkt des Tages: der Tierarzt / Orthopäde war da. Ich habe ihn nach dem Rat meiner Osteopathin nochmal auf Suri schauen lassen. Sein Ergebnis: das Becken scheint vor langer Zeit verletzt gewesen zu sein, evtl. sind auf der einen Seite sogar die Bänder gerissen. Die Verletzung ist aber komplett verheilt und Missouri gleicht die Schiefstellung mit Muskulatur aus. Bei den dicken Karpalgelenken tippt er entweder auf einen Sturz, oder evtl. auf Narkolepsie. Narkoleptische Pferde schlafen in entspannten Situationen plötzlich tief ein und fallen dabei auf ihre vorderen Gelenke. Da sie aber keine Abschürfungen hat, scheint dies (falls die Diagnose tatsächlich Narkolepsie ist) nicht ständig vorzukommen. Wir sollen hier genau beobachten. Das wäre natürlich extrem, aber ich glaube eher an einen Sturz. Auch bei den Hufen erkennt er keine tiefgehenden Schäden. Seine Empfehlung: ich soll so weitermachen wie bisher. Bodenarbeit, Freiarbeit, und im nächsten Jahr auf den Pferderücken.

So wie es aussieht wird entwickelt sich alles gut! Missouri, ich freue mich so!

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