Mit dem Herzen führen

In der modernen Gesellschaft haben wir verlernt zu was unser Körper fähig ist. Wenn ich am Stall ankomme und der ganze Stress von mir abfällt bemerke ich, dass Pferde auch auf andere Informationen reagieren als auf meine aktive Einflussnahme. Wenn ich meine Stimme einsetze, mit dem Körper das Pferd berühre, ob Hände oder Schenkel, sind das alles aktive Einflüsse.

Viel schöner ist aber die Möglichkeiten einzusetzen die wir vergessen haben:
Meine Atmung beeinflusst das Tempo des Pferdes. Ich kann nur über meine Atmung die Schnelligkeit am Boden und im Sattel steuern. Das ist Magie.

Das Pferd kann meine Gedanken lesen. Es ist eine mögliche Handlung, die mein Pferd sehen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass mein Pferd auf eine Vermutung von mir genau so reagiert, ist sehr hoch. Wer kennt das nicht: ich sehe eine mögliche Gefahr, die mein Pferd erschrecken könnte, und mein Pferd erschrickt tatsächlich auch wenn es kurz vorher noch völlig ruhig war. Das kann ich auch positiv einsetzen! Ich denke an eine ruhige, entspannte Reaktion am Schreckhindernis – und mein Pferd reagiert genauso.

Ich kann mit geschlossenen Augen lenken. Ich lasse mich einfach tragen von meinem Pferd, und ohne zu sehen kann ich Punkte auf dem Reitplatz ansteuern. Wie ist das möglich?

Bei der Bodenarbeit sieht es aus wie ein Tanz. Gemeinsame Seitengänge scheinbar ohne Hilfengebung, Handwechsel mit kleinen Zeichen des Armes, ein Atemzug und das Pferd reagiert mit Galoppsprüngen. Wir können es alle, aber wir müssen uns wieder darauf besinnen was möglich ist. Dann ist es Magie.

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  1. Nur Du und Dein Pferd! Humanship statt Horsemanship

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