Von der Angst, Fehler zu machen

Er erste Kontakt: Suri verzieht das Gesicht. Die Plane ist ihr nicht geheuer.

Wenn ich etwas Neues ausprobiere habe ich immer Angst, etwas falsch zu machen. Egal ob im Job oder in meiner Freizeit, bevor ich etwas beginne lese ich mich in das Thema ein, erkenne komplexe Zusammenhänge und glaube, dass ich nicht die richtigen Voraussetzungen habe um in diesem Thema erfolgreich zu sein. Ich glaube, dass ich erst einen Kurs belegen, etwas studieren oder mir von einem Profi erklären lassen muss, bevor ich es selbst umsetzen kann. Genauso war es auch mit meinem Einstieg in Natural Horsemanship.

Bevor ich unter dem Leitbild von NHS am Pferd gearbeitet habe habe ich Seminare besucht, mir Bücher gekauft und im Internet geforscht. Ich habe auf Facebook Diskussionen verfolgt, viele Meinungen aufgeschnappt und mir eine eigene gebildet. Doch auf meinem ersten Seminar fiel mir auf, dass ich das Meiste bereits konnte. Dass NHS eine Einstellung zum Pferd ist und kein Abspulen von gelernten Übungen. NHS kommt aus dem Bauch, es ist ein Gefühl.

Natürlich ist die Weiterbildung bei renommierten Trainern immer gut. Ohne meinen Trainer wäre ich nie so weit gekommen. Aber er bildet mich in meinem Gefühl für das Pferd weiter. Mit Hilfe der Aufgaben und Übungen bekomme ich ein Gefühl für die Situation und die Gedankenwelt des Pferdes. Wenn ich in „Pferdesprache“ kommuniziere gebe ich nicht nur Infos an mein Pferd, ich empfange auch seine Antworten. Und das kann man nicht erklärt bekommen: das muss man fühlen.

Wir alle können mit unseren Pferden nach den Grundlagen des Natural Horsemanship trainieren. Dafür müssen wir keine Kurse besuchen, sondern wir müssen lernen unserem Gefühl zu folgen. Das Wichtigste: wir müssen es tun! Auch wenn wir etwas nicht gelernt haben können wir doch viel mehr als wir uns zutrauen. Es geht darum, dem Pferd zuzuhören und zu verstehen. Pferde möchten mit uns arbeiten und mit uns zusammen sein. Sie wollen uns gefallen. So können wir von unseren Pferden lernen. Sie antworten sofort und lügen nicht. Sie decken meine Fehler auf und erklären mir einen anderen Weg. Pferde sind nicht böse auf uns, wenn wir etwas falsch machen. Wir müssen keine Angst vor unserer Unvollkommenheit haben. Fehler sind da, um aus ihnen zu lernen. Wenn wir keine Fehler machen werden wir nie in unserer Erfahrung wachsen. Pferde zeigen uns den Weg in die richtige Richtung: Gehen müssen wir ihn gemeinsam mit ihnen.

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