Vorbereitung des Hängertrainings

Das Verladen ist für viele Pferdebesitzer eine Qual. Viele Pferde haben Angst, den engen dunklen Raum zu betreten, und weigern sich schon einige Meter vor der Rampe überhaupt in diese Richtung zu gehen. Doch woran liegt das?

Ein Pferd muss nicht zwangsläufig etwas Schlechtes in Verbindung mit dem Hänger erlebt haben. Als Fluchttier ist es darauf programmiert immer in Fluchtbereitschaft zu sein. Ein enger, dunkler Raum, der keine Ausstiegsmöglichkeit außer der Laderampe bietet, ist aus Sicht des Pferdes eine potentielle Gefahrenzone. Wenn es in diesem Raum von einem Raubtier angegriffen würde wäre es verloren. Warum sollte es also einsteigen?

Um dem Pferd beizubringen, dass der Hänger keine „Todeszone“ ist, bedarf es einiger Vorbereitung. Genau das mache ich gerade mit Suri, um sie auf ihren Umzug und die notwendige Hängerfahrt vorzubereiten.

Der erste Trainingsschritt ist das Durchschreiten von engen Gängen. Auf dem Hänger steht das Pferd sehr eng zwischen Außenwand und Trennwand. Das ist kein schönes Gefühl und muss trainiert werden. Hierfür habe ich mit zwei mit Flatterband verbundenen Pflöcken auf dem Reitplatz einen Gang gebaut. Die Pflöcke stehen am Rand des Platzes und lassen einen engen Durchgang, der etwa eine Pferdelänge lang und eine Pferdebreite schmal ist. Durch diesen Gang, der ja nur durch das Flatterband innen und die Bande außen begrenzt ist, gehe ich zu Beginn mit Suri gemeinsam hindurch. Suri vertraut mir und geht, nach einem kurzen Zögern, flott mit. Im zweiten Schritt gehen wir hinein und bleiben einen Moment im Gang stehen. Ich verlange ein Kopfsenken, dann gehen wir weiter. Dies mache ich von links und von rechts. Wenn diese Übung sitzt, kommt Schritt 2.

Bei Schritt 2 wird die Innenseite des Ganges, die bisher nur mit Flatterband abgegrenzt ist, mit einer Plane „verdickt“. Die Plane ist für Suri schon allein gruselig, weil sie sich beim leichtesten Windstoß bewegt und knistert. Trotzdem durchschreitet sie mit mir gemeinsam den Gang und bleibt auch darin stehen. Also nutze ich die Plane nicht nur als Wandbegrenzung, sondern lege sie auch teilweise auf den Boden. Nun habe ich einen ungewohnten Boden plus den engen Gang plus die dunkle Seitenwand. Suri ist mutig, mit mir zusammen geht sie hindurch. Dieser Teil der Übung ist damit abgeschlossen.

Nach einigen Tagen Pause baue ich meinen Gang wieder auf. Ich wiederhole die Übungen aus dem letzten Training. Alles kein Problem für mein Stütchen. Im nächsten Schritt soll sie allein durch den Gang gehen. Ich schicke sie am langen Seil um mich herum und frage ein paar Übungen wie rückwärts und seitwärts ab. Dann verändere ich den Radius und nun muss sie, wenn sie einen Zirkel am Seil geht, durch den Gang gehen. Suri zögert erst, doch nachdem ich sie ein wenig bitte und vorwärts schicke trabt sie flott durch die Enge. Geschafft! Ich wiederhole es von beiden Seiten, bis sie auch im Schritt gelassen durch den Gang schreitet.

Die Vorbereitungen für das Hängertraining sind damit abgeschlossen. Nun folgt das Training mit Hänger. Dazu beim nächsten Mal mehr 🙂

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