Zum Nachdenken

Warum verschnalle ich ein Gebissstück mit Lederriemen am Kopf meines Pferdes, einem hochsensiblen Körperteil?

Warum binde ich den Kopf mit Ausbindern in eine „schöne“ Position?

Warum nutze ich Sporen?

Warum treibe ich ständig mit den Schenkeln?

Diese Fragen könnte ich endlos weiterführen…

…Die Antworten sind ganz einfach: Weil ich mir nicht zutraue, dass mein Pferd auch freiwillig für mich die Aufgaben löst. Weil ich meinem Pferd nicht vernünftig erklären kann, was ich von ihm möchte. Weil ich mein Pferd nicht als intelligentes Lebewesen sehe, sondern zu meinem Vergnügen nutzen will.

Wann denken wir endlich um? Wenn ich meinen Hund ohne Leine führen und abrufen kann, warum kann ich das nicht auch mit meinem Pferd? Erst wenn ich keine Hilfsmittel mehr nutze, mir bewusst über den Zustand meines Pferdes bin und ich seine Launen und Wünsche akzeptiere, gelange ich zu echter Partnerschaft.

6 Kommentare zu Zum Nachdenken

  1. Das sehe ich etwas anders – jedes Hilfsmittel ist auch eine Hilfe für Reiter und Pferd. ABER sie darf nicht missbraucht werden. Dreieckszügel können bei der Longenarbeit sehr hilfreich sein um dem Pferd zu helfen den Weg in die Tiefe zu finden usw. Sporen erlauben differenzierte Hilfen, Gerte und Peitsche sind mein verlängerter Arm. Wenn wir Deine Fragen mal weiter führen: Warum brauchst Du dann Halfter und Strick oder Seil? Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, gut oder böse.

    • Hi Wolke,
      du hast recht, es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Mit meinen Fragen möchte ich zum Nachdenken anregen. Ich bin selbst früher mit Dreieckszügeln und Sporen geritten, habe mir aber nie Gedanken darüber gemacht. Das war halt so, meine Reitlehrerin hat mir gesagt ich soll die Sachen nutzen. Heute weiß ich, dass ich die Dreiecker brauchte, weil ich mein Pferd nie zur Durchlässigkeit bekommen habe. Ich hatte zwar eine Aufwärmphase, aber danach ging es direkt in die Anlehnung. Und wenn er den Kopf oben hatte, dann halt die Hilfszügel drauf. Dass er verspannt war, den Rücken nicht locker hatte und mir nicht vertraute, darüber habe ich damals nicht nachgedacht. Auch sein fehlendes Vorwärts, so dass ich Sporen benutzen musste, kam aus diese Problematik. Das wusste ich nicht, hatte damals auch nicht darüber nachgedacht sondern blind vertraut.
      Wer mit den Hilfsmitteln umgehen kann und ihre Wirkung versteht, darf sie gern einsetzen, soweit er/sie es kann. Aber den Einsatz nur für die Lösung eines Problems, das sehe ich kritisch und hoffe, dass viele andere auch darüber nachdenken.

      • Ach, eins noch: Strick und Seil brauche ich nicht :). Mein Pferd folgt mir wohin ich will, auch Freiarbeit ist kein Problem. Aber das sieht mein Umfeld kritisch, denn „sie könnte ja mal abhauen, und was dann?“

      • Da kann ich Dir jetzt wieder voll zustimmen 🙂 Ich hab mir vor längerem auf meinem ersten Blog auch mal etwas Luft gemacht, bei Dingen die mir im Stall und beim Reiten immer wieder negativ auffallen…

        http://wolke205.wordpress.com/2013/01/16/rollkur-co/

        • Gefällt mir so gut!!! Schwester im Geist!!!

          • Und es gibt noch so viel mehr… die Menschen machen sich einfach keine Gedanken 🙁

            Shaman muss z.B. immer noch neben einer jungen Stute stehen. Er HASST Stuten. Es gibt eine, die auf der anderen Seite steht, die er toleriert. Eine Norwegerstute durfte alles bei ihm machen (sogar im Galopp überholen) so lange sie nicht rossig war. Es ist im Stall bekannt wie er reagiert. Nun hat er die Trennwand bereits einmal zerschlagen, glücklicherweise ist nichts passiert. Als wir einen Tag später da waren haben wir s noch mal angesprochen und sie sollte umgestellt werden – ist immer noch nicht passiert -.-

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