Grundlagen der Kommunikation: Basisübungen am langen Seil

Übung 1: das Stehen

Du hast ein neues Pferd und möchtest schneller mit ihm zu einer Einheit werden? Oder dein Pferd rempelt dich gern um, tritt dir auf die Füße und findet das Gras am Wegesrand spannender als dich? Das ist nicht nur unschön, sondern kann auch gefährlich werden.

Vielleicht versteht ihr euer Pferd auch nicht – warum, das erklärt der Artikel von Fühlend reiten sehr gut.

Daher möchte ich dir in einer Trainingsreihe Übungen zeigen, mit denen du dein Pferd von deinem Führungsstil überzeugen kannst.

Basisübung 1: Stehen

Die wenigsten Pferde beherrschen es: das richtige Stehen. Dabei ist es wichtig, dass mein Pferd ruhig neben mir steht und nicht ständig hin und her tänzelt. Das Stehen ist eine schwere Übung, weil ich mein Pferd davon überzeugen muss, dass ich die Verantwortung für sein und mein Leben übernehme.

Hintergrundwissen: Das Pferd ist als Fluchttier davon abhängig, im Fall einer Gefahr flüchten zu können. In der Herde übernehmen die Herdenmitglieder diverse Aufgaben. Ein oder zwei Pferde agieren als „Späher“ und warnen vor möglichen Gefahren. Wenn ich meinem Pferd also nicht erklärt habe, dass ich die Umgebung beobachte und mögliche Gefahren erkenne, wird es selbst nach Gefahren Ausschau halten. Ein ruhiges Stehen ist so nicht möglich.

Wie erkläre ich meinem Pferd das stehen?

Mein Pferd trägt ein Knotenhalfter mit einem langen Arbeitsseil. Wir stellen und gemeinsam an einen Ort, wo ich sicher sein kann, dass ich hier in Ruhe üben kann. Das Üben im Durchgang auf der Stallgasse ist also keine gute Idee ;).

Ich gebe ein deutliches Signal, z.B. mit dem erhobenen Finger oder mit der Stimme. Gleichzeitig atme ich aus und stelle mich relaxed neben oder leicht versetzt vor mein Pferd. Ich darf selbst nicht angespannt sein, denn sonst vermutet es, dass die Anspannung bald in Bewegung umgesetzt wird. Steht mein Pferd ruhig, lobe ich.

Wenn es einen Fuß in meine Richtung oder von mir weg setzt, korrigiere ich den Schritt und stelle mein Pferd wieder auf den Platz, auf dem es stand. Hierfür nutze ich das Seil und versuche, möglichst meine Füße nicht zu bewegen. Ich mache also einen Ausfallschritt (wenn nötig), kehre dann aber wieder an meinen Platz zurück.

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Kommando: „Steh“

Wenn mein Pferd in mich hineinläuft, kann ich auch mit einem schlenkernden Seil den Raum schließen und mein Pferd so von der Richtung abbringen. Ganz wichtig: ich schlage nicht das Seil wild von rechts nach links! Die Bewegung hat nicht das Ziel, das Halfter am Kopf des Pferdes in extreme Schwingung zu versetzen. Das Seil soll lediglich eine sichtbare Information sein, dass der Weg hier nicht weitergeht und mein Pferd hier nicht entlanglaufen kann.

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Vorwärts ist falsch. Das Seil versperrt den Weg.

Steht mein Pferd ein paar Sekunden ruhig an dem von mir bestimmten Platz, löse ich die Situation wieder auf. Ich gehe dann eine kleine Runde am langen Seil, damit mein Pferd die Anspannung des Stehens durch Bewegung kompensieren kann. Dann beginne ich wieder von vorn.

Die Übung kann pro Trainingseinheit mehrmals wiederholt werden. Am besten übt ihr das Stehen an verschiedenen Orten, nicht nur auf dem Platz oder in der Halle. Dann lernt dein Pferd, dass deine Kommandos immer und überall gelten.

Um das Stehen aufzulösen, gehe ich gern ins freie Folgen. Diese Übung erkläre ich in meinem nächsten Artikel.

Das leuchtende Trainingsseil ist übrigens von Procavallo. Die Profiqualität entspricht genau meinen Standards an gute Arbeitsseile. Die Investition in gutes Material ist Gold wert – einmal gekauft, hält es jahrelang und macht Freude!

 

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