Desensibilisierung 1 – das Training für das sichere Pferd

Ich war eine Woche bei Thomas Günther zum Training und habe Suri mitgenommen. Zu Hause bleibt man doch schnell in seinem Komfortbereich, der zwar ein schönes Training ermöglicht, aber in dem wir doch hinter unseren Möglichkeiten bleiben. Mit der Unterstützung eines Trainers ist das anders, so habe ich uns ein paar Tage bei Thomas gegönnt.

In den Tagen stellte sich heraus, dass ich zwar zu Hause ein wenig Desensibilisierung betrieben habe, dies aber bei Weitem nicht reicht. Den Trainingsstart findet ihr hier. Suri hatte eine solche Panik vor dem Kanister (mit dem ich zu Hause auch schon trainiert hatte!), dass ich die Situation allein nicht lösen konnte und Thomas eingreifen musste. Was für ein Schock, wenn das eigene Pferd plötzlich unkontrollierbar wird! Dabei hatte ich immer das Gefühl, ich hätte alles im Griff… Diese Einsicht hat mich zu meiner eigenen Hausaufgabe getrieben: Desensibilisierung bis aufs Letzte. Natürlich immer im Einklang mit Sensibilisierung, denn ich will ja kein stoisch-stures Pferd erziehen.

Dennoch werde ich mich im Training in den nächsten Wochen mehr auf Desensibilisierung fokussieren. Gestartet habe ich direkt mit dem Tütenstick und der Plane.

2014-06-21 13.35.24

Der Tütenstick – ob er beißt?

Ich habe eine weiße Plastiktüte an meinen Kontaktstick geknotet. Zuerst im Stehen, später in allen Gangarten berühre ich Suri damit. Wenn sie stillhält und die Berührung akzeptiert nehme ich die Tüte wieder weg, wenn sie fliehen will bleibe ich damit an ihr bis sie wieder steht oder sich der Tüte zuwendet. Zu Beginn sind die Einheiten sehr kurz, d.h. ich berühre kurz und ziehe dann sofort wieder zurück. Im Trainingsverlauf bleibt die Tüte dann immer länger an ihr, bis sie sich entspannt und keine Abwehrreaktionen (Schweif schlagen, hoher Kopf etc.) mehr zeigt. Nach intensiven Einheiten kann ich sie nun komplett mit der Tüte abstreifen, nur an den Ohren zuckt sie noch zusammen. In Bewegung klappt dies auch schon sehr gut. Für mich ist die Koordination schwierig, weil ich mit Seil und Stick mitlaufen und dabei Annäherung und Rückzug genau timen muss. Übung macht ja bekanntlich den Meister :).

Die zweite Übung beinhaltet die Plane. Ich habe eine schwarze Plane auf den Boden gelegt über die Suri gehen soll. Da Suri jeden neuen Untergrund ausführlich untersucht, hat sie bei der ersten Annäherung ausgiebig auf der Plane gescharrt und diese damit unter ihren Bauch gezogen. Damit war die Sache für sie erledigt. Also habe ich mich auf die Plane gestellt, damit sie weiterhin zum drüberlaufen liegt. Nach ein paar Versuchen hat Suri sich dann getraut und ist über die Plane gelaufen. Das klappt jetzt nach 3 Übungseinheiten schon im Trab auf beiden Seiten – ich bin sehr stolz auf mein Mädchen!

Er erste Kontakt: Suri verzieht das Gesicht. Die Plane ist ihr nicht geheuer.

Er erste Kontakt: Suri verzieht das Gesicht. Die Plane ist ihr nicht geheuer.

Wie geht das Training weiter? Hier geht’s zum nächsten Schritt für das selbstbewusste Pferd!

3 Kommentare zu Desensibilisierung 1 – das Training für das sichere Pferd

  1. Hi Akki,

    für mich ist die Desensibilisierung auch extrem wichtig. Nicht nur weil das den Umgang mit unseren Pferden für uns sicherer macht, sondern auch weil die Pferde selbst dadurch sicherer werden. Wer möchte schon dass sein Pferd ständig Angst haben muss? Schon deshalb finde ich es wichtig, dass wir unsere Partner mit möglichst vielen Dingen vertraut machen und ihnen so zeigen, dass davon keine Gefahr droht. Ich bin gespannt auf die nächsten Artikel zur Desensibilisierung 🙂 LG, Sophie

    • Fü(h)rPferd // 26. Juni 2014 um 14:32 // Antworten

      Hi Sophie,

      danke für den lieben Kommentar! Genau deshalb habe ich die Überschrift auch doppeldeutig gewählt: nicht nur für uns wird das Pferd sicherer, es wird auch selbst-sicherer! Ganz toll zu beobachten! Den nächsten Artikel gibt’s in Kürze, dann geht’s in die Tiefe mit Tüte und Plane und die Tonne kommt dazu. Ich freu mich dass du mitliest!

      Liebe Grüße,
      akki

  2. Wie kombinierst du Sensiblisierung und Desensiblisierung mit einander, weil du das oben betont hast?

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