Was sind equine Sarkoide?

Als ich Suri bekam wusste ich bereits, dass sie Sarkoide hat. Sarkoide sind geschwürähnliche Hautveränderungen, sogenannte Hauttumore. Sarkoide bilden sich aufgrund einer Viruserkrankung, ausgelöst von bovinen Papillomaviren I und II (virale Erreger von Warzen). Die Erkrankung ist nicht ausführlich erforscht. Es wird davon ausgegangen, dass das Virus von Rindern auf Pferde über eine gemeinsame Weidenutzung übertragen wird. Eine Übertragung von Pferd zu Pferd wird ausgeschlossen. Das Virus gelangt über kleinste Hautwunden sowie Steckinsekten in den Organismus. Über 40% der Pferde tragen den Virus in sich, aber nicht bei jedem Tier bricht die Krankheit auch aus. Augenscheinlich ist der Ausbruch rasse- und farbbedingt. Auch eine genetisch vererbte Veranlagung spielt eine große Rolle beim Ausbruch der Krankheit.

OP?  Lieber nicht

Equine Sarkoide sind gutartige Hauttumore. Sie bilden keine Metastasen und befallen auch keine inneren Organe. Tückisch ist, dass sie nach einer Verletzung oder Reizung explosionsartig wachsen. Nach einer operativen Entfernung ist es somit Glückssache, ob sie tatsächlich entfernt sind oder rasant wieder kommen. Meist wuchern Sarkoide nach einer OP noch schlimmer als vorher.

Der Beginn wird als leichte schuppige Hautveränderung oder kleine Warze festgestellt. Entweder ist sie auf der Haut sichtbar oder liegt als Knötchen unter der Haut. Bei Ausbruch der Krankheit sind die meisten Pferde zwischen 3 und 7 Jahre alt. (Quelle: www.sarkoid.de)

Sarkoid-Typen

Es gibt insgesamt 5 Typen von Sarkoiden. Suri leidet an 3 Typen. Zum einen hat sie viele Typ1 Sarkoide. Diese sind haarlose, runde graue Flächen mit leichten Hubbeln. Sie sind geschlossen und können durch Reizung zu einem aggressiveren Typ wechseln. Typ 2 ist das warzenartige Sarkoid. Bei Suri sind dies die kleinen Sarkoide rechts und links vorne unter den Rippen. Typ 2-Sarkoide sind eigentlich trocken und leicht erhoben. Die Haut ist schuppig und rau. Suri hat hier bereits eine Zwischenform zu Typ 3, denn die kleinen Sarkoide können aufbrechen und blutig werden. Glücklicherweise haben sie sich noch nicht verschlimmert, sondern trocknen immer wieder ein. Typ 3-Sarkoide sind aufgebrochen und aktiv und erscheinen als offene Geschwüre. Sie bluten leicht und sehen sehr unschön aus. Typ 4 sind knotige Stellen unter der Haut. Sie sind meist verschiebbar und von gesunder Haus mit Fell überdeckt. Typ 5 ist der gemischte Typus. Es können geschlossene Stellen sein, auf denen eine Warze wächst, zum Teil offen und zum Teil geschlossen. Das große Sarkoid vor Suris Euter scheint ein Typ 5 zu sein.

Meine erste Begegnung mit ES

Sofort gesehen habe ich das große Sarkoid kurz vor dem Euter. Es hat die Form eines Blumenkohls. Die Verbindung zur Haut ist relativ klein, das Sarkoid hängt also locker an einem kleinen Verbindungsstrang am Bauch. Es hat ungefähr die Größe eines plattgedrückten Golfballs und besteht aus hartem, knotigen Gewebe. Meist ist das Sarkoid trocken, ab und zu bricht es auf und blutet leicht.

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Großes Sarkoid am Bauch

Das große Sarkoid befindet sich an einer Stelle, die der Stute keine Probleme bereitet. Bis auf die Fliegen, die sich auf dem veränderten Gewebe niederlassen, hat sie keine Beschwerden. Jedoch reizen die Fliegen den Tumor, so dass er aufbricht und blutet. Ich behandel es täglich mit Heilerde, damit sich die Flieben nicht darauf setzen können. Leider wälzt sich Suri gern, so dass die Heilerde nicht lange hält.

Die kleinen Sarkoide unter den vorderen Rippenbögen rechts und links sind Typ 2 Sarkoide. Das Kleinere der beiden ist trocken und schuppig, das Größere bricht ab und zu auf und blutet. Auch hier wird täglich Heilerde angewendet.

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Kleines Sarkoid rechts

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Kleines Sarkoid links

Behandlung von innen und außen

Durch Futterumstellung versuche ich erstmal das Immunsystem von Suri mit diversen Kräutern zu aktivieren. Sarkoide sind schwer zu behandeln. Tierärzte raten immer zur OP, sehen jedoch keine großen Heilchancen. Sie haben einfach keine anderen Möglichkeiten. Diverse Pferdebesitzer, die in Foren über ihre erkrankten Pferde sprechen, raten zu Salben und Cremes. Diese sind sehr aggressiv und hinterlassen große, blutige Wunden. Sollte Suri nicht durch Futterumstellung und Blutegeltherapie, die ich nach der Kräutertherapie beginne, ansprechen werde ich wohl auf diese Salben zurückgreifen müssen.

6 Kommentare zu Was sind equine Sarkoide?

  1. Hallo ich habe das selbe problem mit meibe stute es ist zwar schon kleiner geworden aber blutet immer wieder das ich denn ganzen tag mit blauspray rumrenne

    • Fü(h)rPferd // 7. Mai 2015 um 08:48 // Antworten

      Hallo Nadine,

      es ist super, dass das Sarkoid blutet! Das bedeutet, dass es arbeitet und somit abstirbt! Du brauchst nicht mit Blauspray zu arbeiten. Mach einmal am Tag Aloe Gel drauf. Erst werden die Sarkoide sich vergrößern, weil das kranke Gewebe unter der Haut hervorgeholt wird. Dann stirbt es ab. Ich wünsche dir viel Erfolg!

  2. Hallo,

    vielen Dank für die tollen Infos. Bei uns kennen sich die Ärzte auch zu wenig damit aus.
    Wie hast du das Futter umgestellt und welche Kräuter hast du gegeben?

    Bei meinem Haflinger ist ein kleines ES im Ohr. Der Arzt hat Zovirax empfohlen, wir sehen aber keine Veränderung.

    LG Ines

    • Fü(h)rPferd // 3. Juni 2015 um 09:22 // Antworten

      Hallo Ines,
      sehr gern! Ich habe im ersten Schritt auf getreidefreies Futter umgestellt, und zwar auf die Marke „Pferdgerecht“. Als Zusatzkräuter habe ich immun-unterstützende Mischungen gegeben, die es bei per naturam gibt. Außerdem habe ich eine Zeit lang EM in das Futter gemischt, auch um das Immunsystem zu unterstützen. Ich schreibe aber auch noch einen Artikel über die Fütterung von ES-Pferden.
      Wenn das ES am Ohr eures Hafis nicht wächst, ist das doch schon eine gute Sache! Wie lange probiert ihr denn schon damit? Häufig muss man erst einen Wirkstoff finden, auf den das ES reagiert. Probiert einfach mal Aloe aus, schaden kann es – soweit ich das überblicken kann – nicht. Viel Erfolg mit der Behandlung!
      Liebe Grüße,
      akki

    • Hallo Akki,

      danke sehr für die Antwort. Wir füttern Hafer (eine Handvoll) und Mineralfutter. Außerdem hat sie 24h Heu und Koppelzugang.

      Festgestellt habe ich das ES letzten Sommer und auch anschauen lassen. Der Arzt meinte, ich solle mir darüber keine Gedanken machen. Es blieb auch unverändert. Vor drei Monaten habe ich aber einen anderen Arzt drüber schauen lassen, sie hat nämlich angefangen, empfindlich auf Berührungen zu reagieren. Der Arzt meinte, es sei nicht schlimm, wir können es mit Zovirax behandeln. Da habe ich auch keine Veränderung gesehen. Nun haben wir selber eine Salbe hergestellt und zwar mit Melkfett und Bockshornkleesamen (pulver). Gestern habe ich dann gesehen, daß es geblutet hat. Und sie reagiert auch nicht mehr empfindlich wenn man es berührt. Ich bleibe nun erst mal bei dem Bockshornklee und beobachte weiter.

      Viele liebe Grüße

      Ines

      • Fü(h)rPferd // 5. Juni 2015 um 08:29 // Antworten

        Hallo Ines,
        das klingt doch gut! Es ist gut, wenn das ES aufbricht. Wunder dich nicht, falls es in den kommenden Tagen größer wird. Wenn deine Salbe anschlägt wird das ES aus der Haut gezogen.

        Ich habe festgestellt, dass eine getreidefreie Fütterung sich positiv auf Sarkoide auswirken kann. Vielleicht wäre das, falls die Heilung ins Stocken gerät, eine Überlegung wert?

        Liebe Grüße, akki

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  1. Equine Sarkoide – was du über die Krankheit wissen solltest | Fü(h)rPferd Horsemanship

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