Teil 1: Behandlung Equiner Sarkoide mit Aloe-Vera-Gel

Im ersten Beitrag habe ich von den verschiedenen Arten equiner Sarkoide (kurz: ES) berichtet, im zweiten über die Behandlungsmöglichkeiten mit Aloe Vera. In diesem Artikel gehe ich auf die Behandlungsschritte ein.

Hilferuf des Pferdekörpers

Equine Sarkoide sind Tumore, in denen der Pferdekörper die bovinen Papillomaviren einschließt, weil er nicht weiß wie er sie abstoßen kann. Die meisten Pferde, die mit ES zu kämpfen haben, haben auch ein schlechtes Immunsystem. Es gilt also, den Körper zu stärken und zu helfen, die Viren abzustoßen.

Die Tumorbekämpfung mit Aloe Vera Gel

Rückblick: Bei Missouri konnte ich fast alle Tumore mit Aloe-Vera-Gel behandeln. Lediglich zwei kleine, verkapselte Knötchen sind übrig geblieben, die nicht auf das Gel reagieren. Unsere Großbaustellen sind komplett verschwunden.

Suri hatte einen großen Tumor auf Höhe des Nabels und zwei Tumore jeweils rechts und links am Rippenbogen. Dazu kamen zwei flache Tumore an der Brust, ein kleiner im Gesicht, drei kleine zwischen den Vorderbeinen an der Gurtlage, ein kleiner am Sprunggelenk, ein flacher Tumor an der Oberschenkel-Innenseite sowie ein Knötchen am Euter. Bis auf die letzten beiden sind alle Tumore verschwunden und die Haut abgeheilt.

Der Auslöser der Behandlung war das Sarkoid am Bauch. Dieses war zu Beginn ca. 4cm lang und 1cm hoch, blumenkohlförmig und trocken. Einige Stellen waren leicht rosa, andere gräulich. Direkt vor dem Turmor lag noch ein kleiner Hubbel.

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Aloe-Vera-Gel von Forever Living

Ich habe täglich einmal das Aloe-Vera-Gel von Forever Living (bekommt ihr in meinem Shop) aufgetragen. Das Gel brennt nicht, ist parfümfrei und hat eine angenehme Konsistenz. Missouri lässt sich bis heute überall von mir anfassen und einschmieren. Sie hat keinerlei schlechte Verknüpfung mit der Tube, meinen Bewegungen oder dem Geruch des Gels.

Die Firma Forever Living produziert das Gel fair, genfrei und ohne Tierversuche.

Der Heilungsprozess

Der Heilungsprozess der Sarkoide verlief bei fast allen Sarkoiden gleich. Das erste Sarkoid, welches ich behandelt habe, hat aber am heftigsten reagiert.

Die Behandlung begann im Sommer 2013. Zu Beginn hatte ich monatelang Heilerde auf den Tumor geschmiert, um Fliegen fernzuhalten. Das bewirkte, dass der Tumor trocken wurde, sich aber sonst nicht veränderte. Also habe ich die Heilerde weggelassen und ab Oktober mit Aloe-Vera-Gel geschmiert.

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Erschreckende erste Reaktion des Tumors

Nach dem ersten Schmieren explodierte der Tumor. Es war wirklich eklig: es siffte, stank fürchterlich und sah furchterregend aus. Das Gewebe unter dem Tumor schwoll stark an, so dass sich eine heiße Beule bildete. Aus dem Tumor lief eine gelbe Flüssigkeit, die wie Eiter aussah. Es war nicht nur Eiter: es waren abgestorbene Tumorzellen, die über die Flüssigkeit abtransportiert wurden.

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Oktober 2013

Das Gel scheint zu bewirken, dass der Körper das Sarkoid abstößt und nicht mehr über das Blut versorgt. Es faulte und stank deshalb so ekelhaft.

Hintergrundinfo

Als Pferdebesitzer sehen wir nur einen kleinen Teil des Tumors, wenn wir auf das Sarkoid schauen. Der Großteil sitzt meist unter der Haut und ist nicht sichtbar. Ich vermute, dass das die Begründung der Schwellung ist: die Wirkstoffe des Aloe-Vera-Gels sind durch den Tumor transportiert worden. So wurde das komplette Gewebe in Bewegung versetzt, so dass sich eine heiße Beule bildete, wie eine Entzündungsreaktion.

Große Erfolge direkt in den ersten zwei Wochen

Am darauffolgenden Tag stank der Tumor noch stärker. Missouri war so angeekelt, dass sie sich nicht im Unterstand aufhielt sondern nur draußen stand. Das Tumorgewebe verfärbte sich schwarz und es entstand ein großes Loch. Die Schwellung ging langsam zurück. (Die hellen Brocken sind alte Heilerde.)

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2 Tage nach der ersten Behandlung

In den kommenden Tagen bildete sich der Tumor mehr und mehr zurück. Suri war ein wenig empfindlich an der Stelle, hatte aber augenscheinlich keine Schmerzen. Sie ließ mich ohne Zögern an das Sarkoid, um es einzuschmieren. Der Tumor verkleinerte sich, immer wieder liefen abgestorbene Zellen aus der Wunde. Ab und zu blutete der Tumor auch. Es fielen immer mehr Brocken ab.

2013-11-07 groß von links
November 2013

Schmierpause: ein Fehler

Parallel entwickelte sich eine Schwellung vor dem Sarkoid. Aus Angst machte ich eine Schmierpause, denn die Schwellung war heiß und Suri war sehr empfindlich. Ich glaube, dass sich hier Entzündungswasser gesammelt hat. Nach 4 Tagen schmierte ich mit einer Verdünnung von Aloe Vera und Melkfett, so wie man es mit xxTerra oder CompX macht. Die Pause und das Verdünnen erwies sich als sehr ungünstig: der Tumor wuchs sofort wieder.

2013-11-07 Schwellung am Bauch#
November 2013

Innerhalb von zwei Tagen war das zuvor gebildete Loch wieder mit Tumorgewebe geschlossen. Eine Schmierpause ist bei der Behandlung mit Aloe-Vera-Gel also kontraproduktiv.

Großes ES von links 18.11.

Tägliche Veränderung

Das Sarkoid veränderte sich täglich, aber sehr langsam. Es schien sich langsam zusammenzuziehen, bildete täglich eine Kruste, die dann abfiel und Teile klebten an Suris Beinen. Das war sehr eklig, aber so konnte ich feststellen dass es Krustenentwicklung gab und sich das Sarkoid nach und nach abschälte.

Im Dezember traute ich mich wieder pure Aloe aufzutragen. Sofort siffte der Tumor wieder, gelbe Flüssigkeit floss ab. Eine Schwellung trat nicht mehr auf.

Dafür schien der Tumor zu wachsen. Er sah geschwollen aus:

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Dezember 2013

Täglich fielen große Stellen Kruste ab, der Tumor schälte sich.

Kruste

Er wurde allerdings auch immer praller. Meine Vermutung ist, dass Suris Körper die Tumorzellen abgestoßen hat. Das Tumorgewebe, das sich unter der Haut befand, kam mehr und mehr zutage. Es sah aus, als würde der Tumor wachsen: tatsächlich wurde er lediglich sichtbar!

Januar
Dezember 2013

Die weitere Entwicklung folgt im zweiten Teil.

Ich bin keine Tierärztin oder Tierheilpraktikerin, sondern nur Besitzerin eines ES-Pferdes. Sollten von mir aus fachlicher Sicht fehlerhafte Aussagen getroffen worden sein bitte ich um eine kurze Info, ich korrigiere gern.

 

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2 Kommentare zu Teil 1: Behandlung Equiner Sarkoide mit Aloe-Vera-Gel

  1. Hallo,

    sehr interessant eure ES-Geschichte.
    Du sagtest dein Pferd hatte auch eins am Kopf? Gibt es Bilder anhand derer man hier den Verlauf sehen kann?
    Ich habe das gleiche Problem bei meiner Stute…

    • Fü(h)rPferd // 17. Juli 2015 um 13:23 // Antworten

      Hallo Jenny,

      ja, ich habe auch Bilder von Suris Kopf und dem kleinen ES darauf. Es ist nur ein kleiner Punkt unter dem Jochbein. Wenn du magst schicke ich dir das Bild direkt zu, ok?

      Liebe Grüße, akki

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