Folge 10: Trainingsstart mit Aladin

Auch Aladin hat die Weihnachtspause gut überstanden. In den drei Wochen, in denen ich verletzungsbedingt nicht da war, hat er mit seiner Besitzerin fleißig geübt.

Der junge Wallach hat alle Übungen fest in seinem Köpfchen abgespeichert und nichts vergessen. Ihm steht nur sein Temperament im Weg, da er gern selbst bestimmt was wir machen.

Wir haben mit dem freien Folgen begonnen. Aladin liebt das Folgen an der Hand und macht besonders gern kleine Volten und Richtungswechsel. Die Übung hat er mit Bravour gemeistert: hier beginnen wir beim nächsten Mal mit höherem Tempo!

Aladins Lieblingsübung: Freies Folgen an der Hand

 

Dann kam die Übung Tempowechsel am langen Seil. Hier hatte Aladin keine Lust mehr: er schoß nach vorn und zog seiner Besitzerin das Seil aus der Hand. An seiner gesamten Körpersprache war zu erkennen, was er jetzt erwartete: er wollte in hohem Tempo weggeschickt werden! Das ist auch meine übliche Reaktion auf so ein Verhalten, und auch seine Besitzerin Vanessa reagiert normalerweise so. Der schlaue Hafi weiß, wie er seinen Willen durchsetzt…

Nach dieser Erkenntnis haben wir aus Prinzip anders reagiert. Vanessa hat sich weggedreht und den „Hafi-Spielplatz“ verlassen, indem sie zum Zaun ging. Aladin quittierte dies mit einem kurzen Kopfsenken und kam direkt zu ihr zurück. „Das Spiel klappt nicht – dann lieber zurück zur Chefin“, war wohl seine Devise.  Er versuchte es noch einmal und auch diesmal quittierten wir sein Gerenne mit Nichtbeachtung. Daraufhin entschied er sich zur Mitarbeit.

Aladin hat große Probleme beim kontrollierten Galopp. Er schießt  nach vorn und bleibt dann nicht auf dem Zirkel, sondern legt sich ins Seil und zieht seinen Menschen über den Platz. Um das zu verbessern entschieden wir uns zu folgender Übung:

Übung: Tempokontrolle durch Stopps am langen Seil

Das Pferd läuft am langen Seil auf dem Zirkel. Der Tempowechsel wird in den bekannten Stufen (Übung: Weniger ist mehr) abgefragt. Aladin neigt, wie wir wissen, zu explosionsartigem Angaloppieren ohne Kontrolle. Also lassen wir nach jedem Angaloppieren das Pferd sofort bremsen, und zwar mit Hilfe der Hinterhand.

Das Wegschicken der Hinterhand haben wir ja schon geübt (Übung: Die Hinterhand wegschicken). Das übertragen wir jetzt auf die schnellere Gangart, um das Pferd zu stoppen.

Vanessa gibt das Zeichen zum Galopp, Aladin springt an. Damit er weiter zuhören muss, schickt Vanessa direkt die Hinterhand weg, so dass er diese abwendet und mit dem Kopf zum Menschen stehen bleibt. Aladin versteht schnell, dass das Lospreschen von uns nicht gewünscht ist. Er liebt die Abwechslung und ist ganz bei der Sache. Wir können die Übung schnell auf 3-4 Galoppsprünge ausweiten, so dass mehr Fluss entsteht. Der junge Wallach lernt, dass das kontrollierte Tempo mit weiterem Laufen belohnt, der unkontrollierte Sprint aber sofort gestoppt wird. Der Stopp nach dem Losschießen darf nur wenige Sekunden dauern, damit der Wallach diesen nicht als Pausenlob wahrnimmt.

Aladin hat schnell verstanden, wie er galoppieren soll. Hier ist noch viel Üben angesagt, aber da mache ich mir bei den Beiden gar keine Gedanken! Hier werden wir schnell Erfolge sehen!

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  1. Folge 6: Freies Folgen an der Hand | Fü(h)rPferd Horsemanship

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